Page 59 - German Council Magazin 02.2024
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GERMAN COUNCIL . INSIGHT




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                                                     Michael Gerling, Aygül Özkan, Stefan Genth, Christine Hager und Moderatorin Anja Heyde
                                                     eröffnen gemeinsam den Kongress.






                    ingangs des „großen Klassentreffens“, wie Hey-  te Christine Hager. Genth lobte das gewachsene Vertrauen
                    de formulierte, setzten Vertreter des Veranstal-  und die Kooperation der Branchenakteure.
            E ter-Quartetts Schlaglichter. „Wir haben noch
            eine schwere Zeit vor uns“, sprach Michael Gerling vom   HERAUSFORDERNDE MARKTSITUATION
            EHI Klartext. Auch Aygül Özkan vom ZIA prophezeite:
            „2024 wird ein straffes Jahr.“ GSCS-Vorsitzende Christi-  Als Einstieg in die Materie skizzierte Stefan Genth das
            ne Hager schloss sich dem an, hegte jedoch Hoffnung an-  schwierige  Marktumfeld  des  stationären  Einzelhandels
            gesichts der guten Performance klassischer Geschäftshäu-  unter dem Einfluss von Störfeuern wie dem Ukraine-Krieg
            ser.  „Es gibt  einen Lichtblick“, so  auch HDE-Hauptge-  und dem Nahost-Konflikt, dem veränderten Kaufverhal-
            schäftsführer Stefan Genth. Ein Zusammenrücken und ge-  ten, geopolitischen Risiken und der schwachen Konsum-
            meinsames Agieren sowie ein einheitlicher Standpunkt in   lust. Zahlen untermauern seine Einschätzung: So haben
            der  Politik sei unabdingbar,  so das  Fazit.  Dies  sei  auch   zwischen 2020 und 2023 41.500 Geschäfte geschlossen.
            Ziel des HIK, wenn die „Familie“ zusammenkomme, sag-  Von 2010 bis 2019 belief sich die Zahl der Geschäftsauf-
                                                               gaben auf „nur“ 9000. Für 2024 schätzt Genth ein weite-
                                                               res Minus von 5000 Betrieben. Trotzdem bleibe der Han-
                                                               del eine attraktive Nutzungsart, wobei Lebensmittler wie-
                                                               der vermehrt in die Innenstädte strebten, führte er aus. Als
            © Jörn Wolter/HIK                                  in Münster und MISTER SPEX in Köln.
                                                               Beispiele für attraktive Ladenkonzepte nannte er Kösters


                                                               GEYWITZ BESCHWÖRT AUSTAUSCH

                                                               Klara Geywitz, Bundesministerin  für Wohnen,  Stadtent-
                                                               wicklung und Bauwesen, sah einen positiven Trend bei der
                                                               Verbraucherstimmung aufgrund sinkender Inflation. Die
                                                               SPD-Politikerin strich die Wichtigkeit eines regelmäßigen
                                                               Austauschs und die Förderung durch Steuergelder heraus,
                                                               um Städte vielfältig zu gestalten. Die Neugestaltung des
            Stefan Genth und Christine Hager                   öffentlichen Raums sei essenziell, ebenso wie die Umge-




                                                                                    SHOPPING PLACES* MAGAZINE 2 / 2024  57
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